Für Mindestlohninitiative und Abzocker-Steuer

21.06.2010


Die rund 80 Delegierten des Sektors Dienstleistungsberufe der Gewerkschaft Unia sprachen sich an ihrer heutigen Sitzung dafür aus, eine Mindestlohninitiative sowie eine Volksinitiative für eine Abzockersteuer zu lancieren.

Die Delegiertenversammlung des Sektors Dienstleistungsberufe – er weist rund 42'000 Mitglieder auf – stellte mit Befriedigung fest, dass die Unia im Rahmen ihrer Mindestlohnkampagne insbesondere in den Branchen Detailhandel und Gastgewerbe wichtige Erfolge erzielt hat. Die Mindestlöhne konnten deutlich erhöht werden. In der Schweiz sind jedoch nur die Hälfte aller Beschäftigten einem GAV unterstellt. Viele Arbeitnehmende haben keinen Schutz durch einen Mindestlohn. Diese unhaltbare Situation muss durch der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes korrigiert werden. Die Forderungen der Initiative - minimal 22 Franken Stundenlohn bzw. 4000 Franken Monatslohn (bei einer 42-Stunden-Woche) - werden von den Delegierten vollumfänglich unterstützt. Die Annahme der Initiative werde dazu führen, dass die gegen 400'000 Beschäftigten in der Schweiz, die nach wie vor zu Tiefstlöhnen arbeiten, endlich anständigere Lohnbedingungen erhielten.
 
Für eine Abzockersteuer
Ebenso einhellig unterstützen die Delegierten der Dienstleistungsberufe den Vorschlag einer Volksinitiative für eine Abzockersteuer. Die Unia hatte letzte Woche einem breiten Bündnis von Organisationen vorgeschlagen, gemeinsam eine Initiative für eine Abzockersteuer zu lancieren. Denn während diejenigen in den Chefetagen, welche die Wirtschaftskrise zu verantworten haben, weiterhin exorbitant hohe Millionenbeträge abzocken, sollen die Beschäftigtem mit einem Abbau bei der sozialen Sicherheit zur Kasse gebeten werden. Empört zeigten sich die Delegierten über die Entscheide des Parlamentes: Dieses weigert sich, eine verbindliche Boni-Steuer zu beschliessen. Jetzt müsse das Volk die Möglichkeit haben zu entscheiden. Eine Volksinitiative für eine Abzocker-Steuer eröffne diese Perspektive, so die Delegierten des Sektors Dienstleistungsberufe. Der Unia-Zentralvorstand wird diese Woche die Abzocker-Initiative diskutieren.
 
Für Rückfragen:
Vania Alleva, Mitglied der Geschäftsleitung Unia
 
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